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25 March 2026

Anwalt In Vietnam Dr. Oliver Massmann – Der Schiffbausektor – INTERVIEW ÜBER PRAXISNAHE SIGNALE FÜR MARITIME ENTSCHEIDUNGSTRÄGER IM JAHR 2026

DM
Duane Morris LLP

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"Wenn Sie den Neustart des vietnamesischen Schiffbaus in einem Satz für einen CEO der Schifffahrt oder einen Investor im Jahr 2026 zusammenfassen müssten – worum geht es wirklich?“
Vietnam Government, Public Sector
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Frage 1 (Einstieg)

"Wenn Sie den Neustart des vietnamesischen Schiffbaus in einem Satz für einen CEO der Schifffahrt oder einen Investor im Jahr 2026 zusammenfassen müssten – worum geht es wirklich?“

Antwort: Der Neustart des vietnamesischen Schiffbaus unter dem Politbüro-Beschluss 220 stellt eine zeitkritische strategische Chance dar, die vollständig von einer transparenten finanziellen und rechtlichen Bereinigung abhängt, um das langfristige Potenzial des Sektors für eine nachhaltige Modernisierung freizusetzen.

Frage 2 (Zeitkritische Meilensteine)

"In Ihrem Beitrag betonen Sie, dass das Timing entscheidend ist. Welche 2 bis 3 Meilensteine müssen 2026 eintreten, um echte Rechtssicherheit zu schaffen – nicht nur Ankündigungen?“

Antwort: Um echte Rechtssicherheit zu schaffen und über bloße Ankündigungen hinauszugehen, sind folgende Meilensteine entscheidend:

  • Vollständige und rechtskräftige Beendigung der laufenden Insolvenzverfahren.
  • Bereinigung nicht funktionierender Projekte.

Frage 3 (Deal Breaker für ausländische Partner)

"Aus Ihrer Restrukturierungs- und Transaktionserfahrung: Was sind die häufigsten Deal Breaker für ausländisches Kapital – unklare Eigentumsrechte, versteckte Verbindlichkeiten, Governance, Beschaffungsintegrität oder etwas anderes?“

Antwort: Die größten Deal Breaker liegen im Mangel an rechtlicher und finanzieller Klarheit. Ausländisches Kapital wird nicht in den Sektor einfließen, solange Eigentumsstrukturen oder versteckte Verbindlichkeiten ungeklärt sind oder unklare Eigentumstitel bestehen. Zudem schrecken Verzögerungen, die eine weitere Verschlechterung von Vermögenswerten riskieren, sowie fehlende transparente Beschaffungspraktiken oder internationale Rechnungslegungsstandards Investoren ab. Substanzielle Auslandsinvestitionen werden nur dann erfolgen, wenn der

Restrukturierungsprozess rechtlich abgeschlossen und kommerziell strukturiert ist.

Frage 4 (Wo Wertschöpfung realistisch ist)

"Sie argumentieren, dass Vietnam nicht im Niedrigmargen-Massenschiffbau konkurrieren sollte. Welche höherwertigen Segmente sind realistisch zuerst – Reparatur und Retrofit, Umrüstungen, Spezialschiffe, grüne Neubauten – und warum?“

Antwort: Vietnam muss sich von niedrigmargigem, standardisiertem Schiffbau abwenden. Realistische höherwertige Segmente sind:

  • Reparatur-, Retrofit- und Umrüstungsdienste.
  • Spezialschiffe wie Offshore-Wind-Installationsschiffe, LNG-Unterstützungsschiffe und Küstenlogistikschiffe.
  • Grüne und emissionsarme Schiffe.
  • Digitalisierte und modulare Schiffbauprozesse.

Diese Segmente bieten höhere Wertschöpfungspotenziale und stehen in direktem Einklang mit globalen Dekarbonisierungstrends.

Frage 5 (Betreiberperspektive – was ändert sich für Reeder)

"Für Schiffsbetreiber: Wo könnte Vietnam in den nächsten 12 bis 24 Monaten relevant werden – Reparaturen, Retrofits, Umrüstungen, Offshore- und Küstenlogistik – und worauf sollten sie achten?“

Antwort: Kurzfristig könnte Vietnam für Betreiber, die Reparaturen, Retrofits und Umrüstungen suchen, sehr relevant werden. Zudem besteht erhebliches Potenzial bei Spezialschiffen wie Küstenlogistik- und Offshore-Wind-Installationsschiffen. Betreiber sollten gezielt Werften beobachten, die erfolgreich in globale Lieferketten integriert sind und internationale ESG-Standards durch strategische ausländische Partnerschaften übernehmen.

Frage 6 (Partnerschaftsmodelle, die tatsächlich funktionieren)

"Sie erwähnen Technologietransfer und strategische ausländische Partnerschaften. Welche Partnerschaftsmodelle sind derzeit am praktikabelsten – Joint Venture, Minderheitsbeteiligung, langfristige Allianzen – und warum?“

Antwort: Am praktikabelsten sind derzeit Joint Ventures. Angesichts der Sensibilität des Schiffbausektors mit den laufenden Insolvenzverfahren muss ein ausländischer Investor einen verlässlichen vietnamesischen Partner finden, um Schiffbau in Vietnam umzusetzen. Zudem erlauben die aktuellen Verpflichtungen Vietnams keinen direkten Alleineinstieg. Dieses Modell ist hochwirksam, da es die Einführung fortschrittlicher Automatisierungs- und Produktionstechnologien ermöglicht, internationale ESG-Standards implementiert und vietnamesische Werften in globale Lieferketten integriert.

Frage 7 (Governance-Upgrades, die Glaubwürdigkeit schaffen)

"Lassen Sie uns über Governance sprechen. Welche spezifischen Governance-Upgrades sind am wichtigsten, um Vertrauen bei Banken, Kunden und Versicherern wiederherzustellen – Berichterstattung, Beschaffung, Aufsichtsstrukturen, Managementanreize?“

Antwort: Der Wiederaufbau von Vertrauen erfordert moderne Managementsysteme und internationale Rechnungslegungsstandards. Konkret muss der Sektor:

  • Transparente Beschaffungspraktiken etablieren.
  • Professionelle Aufsichtsstrukturen schaffen.
  • Klare Verantwortlichkeiten und leistungsbasierte Managementsysteme einführen.

Frage 8 (Kurzantwort – Signale, auf die man achten sollte)

"Drei Signale, auf die man 2026 achten sollte, damit Sie sagen: Dieser Neustart ist real.“
Antwort:

  • Effiziente Beendigung und formale Schließung der Insolvenzverfahren.
  • Klare Bereinigung von Eigentumsstrukturen, Verbindlichkeiten und Eigentumstiteln.
  • Aktive Gewinnung strategischer Investoren mit technologischem Know-how und Zugang zu internationalen Auftragsbüchern.

Frage 9 (Tun und vermeiden)

"Eine Sache, die internationale maritime Stakeholder tun sollten, und eine Sache, die sie vermeiden sollten, wenn sie sich 2026 mit dem vietnamesischen Schiffbausektor befassen?“

Antwort:

Tun: Stakeholder sollten Joint Ventures eingehen oder Minderheitsbeteiligungen erwerben, um fortschrittliche Technologien einzuführen – vorausgesetzt, Insolvenzverfahren sind abgeschlossen und Eigentumsstrukturen geklärt.

Vermeiden: Stakeholder sollten vermeiden, Kapital zu investieren, bevor Rechtssicherheit besteht. Engagement bei ungeklärten Eigentumsstrukturen und Verbindlichkeiten ist ein zentrales Risiko. Zudem sollte der Sektor vermeiden, primär im niedrigmargigen, standardisierten Schiffbau zu konkurrieren.

Disclaimer: This Alert has been prepared and published for informational purposes only and is not offered, nor should be construed, as legal advice. For more information, please see the firm's full disclaimer.

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